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:: Wolfgang Jütte ::

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ESREA

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Wolfgang Jütte (Beitrag für das Wörterbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung (im Erscheinen, 2009)

European Society for Research on the Education of Adults (ESREA)

ESREA ist eine europäische wissenschaftliche Fachgesellschaft, die das Ziel verfolgt, die Forschung im Feld der EB/WB in ihrer theoretischen und methodologischen Breite zu fördern. Sie wurde 1991 von zwölf Wissenschaftler/innen aus acht europäischen Ländern in Leiden gegründet, um die Wissenschaftskooperation in Europa in diesem Bereich zu intensivieren. E. weist individuelle und assoziierte institutionelle Mitglieder aus praktisch allen Ländern und Regionen Europas auf; die fachliche Zusammenarbeit zu außereuropäischen Regionen und  Ländern nimmt ebenfalls zu.

E. zielt auf den direkten Austausch von aktiv Forschenden durch thematische Netzwerke, Seminare, Konferenzen und durch Publikationen. Besonders strukturbildend sind die derzeit 7 thematischen Netzwerke, die jährlich oder zweijährlich Seminare und Konferenzen in verschiedenen europäischen Orten durchführen, um den Austausch und die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu Schwerpunktthemen zu intensivieren. Sie umfassen eine große thematische Bandbreite :“Access, Learning Careers and Identities”; “Active Democratic Citzienship and Adult Learning”; “Between Global and Local: Adult Learning and Development”, “Cross-cultural Influences in the European History of Adult Learning”; “Gender and Adult Learning”; “Life-history and Biographical Research”; “Working Life and Learning.” Derzeit neu entstehende Netzwerke wie zu den Themenfeldern „Professionalisierung“, „Migration und Ethnizität“ oder zu „Policies“ zeigen wie aktuelle Bedarfe aufgegriffen und in Forschungsagenden überführt werden.

Alle drei Jahre hält E. eine europäische Forschungskonferenz als umfassendes Forum ab, die auf eine breite geographische Repräsentation setzt. Nach Konferenzen in Strobl (1995), Brüssel (1998), Lissabon (2001), Wroclav (2004) und Sevilla (2007) wird die Konferenz 2010 in Linköping/Roskilde stattfinden.

Die thematischen Forschungsnetzwerke und Konferenzen haben mittlerweise zu einer bedeutenden Anzahl von Veröffentlichungen geführt. Seit 2005 wird eine eigene Serie “European Studies in Lifelong Learning and Adult Learning Research” im Peter Lang Verlag herausgegeben. Die Gründung einer neuen, auf Open Access basierten Online-Zeitschrift wird derzeit verfolgt. Damit wird sowohl auf veränderte Publikationsgewohnheiten (Peer-Review Journals) reagiert als auch die angelsächsische Dominanz in internationalen Zeitschriften zur EB begegnet.

Die Mitgliedschaft ist offen für in Forschung zur EB/WB engagierte Personen oder Institutionen. Alle drei Jahre wählen die Mitglieder 12 Vorstandsmitglieder, die möglichst breit die verschiedenen europäischen Regionen repräsentieren. Sie werden in ihrer Arbeit von einem Sekretariat unterstützt, das bei eine der Mitgliedsinstitutionen für eine Zeitraum von 3 Jahren angesiedelt ist. Seit der Gründung 1991 war das Sekretariat zunächst in Leiden, seit 2007 ist es an der Universität Linköping.

Zentrale Herausforderungen für eine europäische Fachgesellschaft bilden die Sprachenpolitik, die Förderung des Nachwuchses und die Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften. Wenngleich die Arbeitssprache Englisch ist, werden Formen gesucht, diejenigen nicht auszuschließen, die diese Sprache nicht genügend beherrschen. E. unternimmt besondere Anstrengungen Nachwuchswissenschafter/innen in ihrer professionellen Entwicklung zu fördern. Dies geschieht bspw. durch Stipendien für „Ph-Students“, um die Teilnahme an den Aktivitäten zu erleichtern. Wenngleich das peer-to-peer Prinzip handlungsleitend ist, arbeitet E. auch mit internationalen und europäischen Organisationen ebenso wie mit nationalen Fachgesellschaften zusammen. Dies geschieht zumeist fallweise; regelmäßige Arbeitsbeziehungen und thematische Koordination mit Fachgesellschaften wie ->ERDI und ->EUCEN sind bisher nur in einem geringen Maße entwickelt; hier entsteht derzeit in der europäischen Wissenschaftskooperation ein neuer Abstimmungsbedarf.

Web-Site

www.esrea.org

 

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